Patientengeschichten

Gesundheit und Gesundheitsversorgung aus Patientensicht – Erfahrungskompetenz

Erzählungen haben eine wichtige Rolle in der Medizin; schon immer erzählte man sich Geschichten von Krankheit, Heilung und Tod, von Patienten, und über Erfahrungen in der Begegnung mit ihnen.  Jedoch hat sich das Ansehen dieser Geschichten in der Medizin über die Zeit gewandelt. Noch in den späten 1990er Jahren wurde beklagt, dass Patientenerzählungen über einen langen Zeitraum nicht wichtig genommen wurden. Heute gelten Erzählungen  als nützliche Hilfe, um die Bedeutung von Krankheit und Kranksein für Patientinnen und Patienten zu verstehen.

Erfahrungsberichte von Patienten, Patientinnen und ihren Angehörigen (kurz: Patientengeschichten) geben dem Arzt Einblick in die Innensicht von Krankheit: sie verdeutlichen ihm die ganz individuellen Lebensbedingungen, Annahmen, Vorstellungen und Besorgnisse seiner Patienten.

Weiterhin wird Patientengeschichten eine therapeutische Wirkung zugesprochen, da sie dem Betroffenen bei der Verarbeitung seines Gesundheitsproblems helfen können.

Unsere Forderung: Seriöse und unabhängige Patientengeschichten

Wir verweisen auf Patientengeschichten, die folgenden Anforderungen entsprechen:

    • keine kommerzielle Interessen von Herausgeber / Autoren,
    • keine offene oder versteckte Werbung (soweit identifizierbar),
    • keine medizinische Behandlungsempfehlungen,
    • keine Wirksamkeitsaussagen
    • keine Verharmlosung oder Ängstigung.

Begrenztheit und mögliche Risiken von Patientengeschichten 

Patientengeschichten sind so einzigartig wie ihre Autoren. Im Gegensatz zu verlässlichen wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit oder Unwirksamkeit medizinischer Maßnahmen lassen sie sich nicht verallgemeinern.

Dieses Risiko gilt es immer zu bedenken: wir können nicht die Erfahrung eines Individuums verallgemeinern. Was von Maria als heilsam angesehen wurde (z.B. Globuli), verhinderte bei Agnes die Genesung, weil auf die eigentlich wirksame Therapie verzichtet wurde. Patientengeschichten können bei der Krankheitsbewältigung helfen, indem sie anderen Betroffenen Zugang zu persönlichen Erlebnissen ermöglichen. Aber aus persönlichen Schicksalen lassen sich keine Aussagen zur Wirksamkeit medizinischer Maßnahmen ableiten.

Außerdem ist das Missbrauchsrisiko von Patientengeschichten nicht zu unterschätzen. Patientengeschichten werden von der Gesundheitswirtschaft gerne als Werbeträger genutzt, nicht selten in Form von Schleichwerbung.

Gegen diese Vorgehensweise richten sich unter anderem die Ausführungen des deutschen Heilmittelwerbegesetzes, wonach …außerhalb der Fachkreise für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht geworben werden darf … mit der Wiedergabe von Krankengeschichten sowie mit Hinweisen darauf, wenn diese in missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgt oder durch eine ausführliche Beschreibung oder Darstellung zu einer falschen Selbstdiagnose verleiten kann (§ 11 Heilmittelwerbegesetz).

Darüber hinaus ist als Information getarnte Werbung nach dem deutschen Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb grundsätzlich verboten.

Quellen: [Artikel Narrative Medizin auf Wikipedia], [Patientengeschichten.Online]

Internetangebote mit Patientengeschichten (Auswahl)

Patientenerfahrungen in der Datenbank der E-Bibliothek des DNGK

Hier werden in der Datenbank des DNGK eingestellte Erfahrungsberichte zu Krankheit und Gesundheitsversorgung  aufgelistet: E-Bibliothek Patientenerfahrungen

Hier finden Sie Literatur zum Thema Patientengeschichten / Krankheitserfahrungen

AG Patientengeschichten / Erfahrungsberichte des DNGK

Hier geht es zur Infoseite der AG

 

Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 1.4.2022

OGK – Organisationale Gesundheitskompetenz

“OGK – Organisationale Gesundheitskompetenz” zu Gesundheit und Krankheit heißt die Infoseite des Fachbereichs Organisationale Gesundheitskompetenz des DNGK.

Wir stellen hier unsere Anliegen, Ziele und Projekte vor.

Aktuelles

Zusammenfassung des Webseminars “Organisationale Gesundheitskompetenz in der Gesundheitsversorgung: Aktuelle Anwendungsfelder, Praxis- und Methodenreflexion”

Mit über 80 Teilnehmer*innen wurde am 3. März 2022 das Webseminar zur Organisationalen Gesundheitskompetenz in der Versorgung durchgeführt. Im Fokus stand die Präsentation von aktuell laufenden Projekten zur organisationalen Gesundheitskompetenz in Deutschland. Dabei wurden aktuelle Anwendungsfelder, Herausforderungen und Bedarfe für die Umsetzung in der Gesundheitsversorgung präsentiert und diskutiert.

Dr. Inga Münch und Prof. Dr. Katharina Rathmann eröffnen die Veranstaltung mit einem Einstieg in das Thema. Sie zeigten auf, warum die Beachtung der organisationalen Gesundheitskompetenz wichtig ist und welche konzeptionellen Anpassungen es im Zeitverlauf bereits gegeben hat.

Eingeladen waren vier Beitragende, die von ihren Projekten im Feld der organisationalen Gesundheitskompetenz in der Gesundheitsversorgung berichteten:

In allen Beiträgen wurden folgende Leitfragen adressiert:

  • Was war der Anlass/Bedarf für das Projekt (Setting/Lebenswelt, Akteure, methodische Umsetzung)?
  • Welche Relevanz und Bedarfe werden im jeweiligen Versorgungsbereich und der dortigen Akteure für die Umsetzung von OGK deutlich?
  • Welche Instrumente kommen im Projekt zum Einsatz und welche Erfahrungen wurden damit in der Praxis gemacht?
  • Welche (methodischen) Besonderheiten beim Feldzugang, Rekrutierung der Zielgruppe, bei Implementierung von Maßnahmen, etc. lassen sich berichten?
  • Welche Bedarfe bestehen für die Zukunft (mit Blick auf den jeweiligen Versorgungsbereich und deren Zielgruppen)?

Im Nachgang zu den Präsentationen gab es Raum für Rückfragen und eine gemeinsame Diskussion mit den Teilnehmenden im Plenum. Eine lebendige Diskussion rundete die Veranstaltung ab und zeigte die Aktualität und Relevanz des Themas auf. Die Diskussion mit den Teilnehmer*innen machte deutlich, dass insbesondere gesetzliche Krankenversicherungen und Selbsthilfevereinigungen sinnvolle Akteure im Gesundheitswesen sind, um das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz anzuwenden. Denn sie können Versicherten und Mitgliedern nicht nur in akuten Versorgungssituationen unterstützen, sondern bereits auf der Ebene der Prävention und Gesundheitsförderung wirken.

Ein besonderes Augenmerk des Webinars lag auf dem Standard der „Kommunikation“ und „Schulung von Fachpersonal im Bereich der Gesundheitskompetenz“. Beide Standards stellen zentrale Handlungs- und Anwendungsfelder zur Stärkung der GK in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung dar.

Um das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz in Einrichtungen vollständig zu implementieren, ist es hilfreich, die Maßnahmen auf allen Ebenen und in die Prozesse und Strukturen einer Einrichtung im Sinne der Organisationsentwicklung einzubinden. Ein erster Schritt ist gemacht, wenn die Organisationen das Thema Gesundheitskompetenz in ihre Einrichtungskultur aufnehmen und sich dies auch im Leitbild und in der Mission widerspiegelt. Auch sind Kommunikationstechniken, Schulungen von Mitarbeitenden oder die partizipative Gestaltung und Testung von Materialien hilfreich. Dazu brauche es vor allem Zeit sowie das Engagement zur Mitgestaltung in den Einrichtungen.

Freundliche Grüße
Ihre Katharina Rathmann und Inga Münch
(Vorsitzende des FB OGK im DNGK)


Der Fachbereich „Organisationale Gesundheitskompetenz“ hat eine Serie an (Gast-) Beiträgen aus aktuell laufenden und abgeschlossenen Projekten im Bereich der Organisationalen Gesundheitskompetenz gestartet. Den Auftakt hat im Mai 2021 Herr Dr. Jürgen Soffried zur „Gesundheitskompetenten Sozialversicherung“ aus Graz/Österreich gemacht und Einblicke in die Umsetzung des Projekts gegeben. Dabei betonte er die Bedeutung eines/einer sog. „Change Agents“ in Organisationen, um das Thema der Organisationalen Gesundheitskompetenz zu adressieren. Weitere (Gast-) Beiträge aus dem deutschsprachigen Raum werden in der nächsten Monaten folgen.

Kurzbeschreibung

Das DNGK hat 2019 in seinen Positionspapier “Mehr Organisationale Gesundheitskompetenz in die Gesundheitsversorgung bringen darauf hingewiesen, dass sowohl individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften als auch ge­sell­schaftliche Strukturen und organisationale Bedingungen Gesundheitskompetenz er­möglichten. Gesundheitskompetenz sei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.

Vor diesem Hintergrund will das Netzwerk Projekte zur Förderung der Organisationalen Gesundheitskompetenz entwickeln und begleiten.

Zu diesem Zweck richtete der DNGK-Vorstand einen Fachbereich Organisationale Gesundheitskompetenz (OGK) ein. Zu dessen Vorsitzenden wurden im März 2021 gewählt:  Prof. Dr. Katharina Rathmann (Vorsitzende) und Dr. Inga Münch (stellv. Vorsitzende). Als Aufgabe für den FB haben sich die neu gewählten Vorsitzenden vorgenommen, die Landschaft der Projekte zur Organisationalen Gesundheitskompetenz gemeinsam mit den Mitgliedern näher zu beleuchten.

Projekte

Sprecherinnen der AG

Katharina Rathmann
Katharina Rathmann
Vorsitzende der AG
katharina.rathmann [at] pg.hs-fulda.de

 

 

Inga Münch
Inga Münch
Stellv. Vorsitzende der AG
inga.muench [at] bertelsmann-stiftung.de

 


Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 21.03.2022

Young Researchers

“Young Researchers”

heißt die Infoseite der AG Nachwuchsförderung des DNGK

Hier stellen wir uns, unsere Ziele und Projekte vor.

Aktuelles (Stand 21.6.2021)

Ausbau bestehender Formate: Die Counters Lessons

Im Rahmen der AG Nachwuchsförderung ist es neben dem inhaltlich-organisatorischen Zusammenarbeiten ein Ziel, den Austausch über forschungsnahe und solche Themen, die primär für Nachwuchswissenschaftler*innen von Relevanz sind, zu ermöglich und zu fördern. Insbesondere durch die pandemiebedingten Veränderungen in den Arbeits- und Lebenswelten der Betroffenen wurde die Relevanz substituierender Formate deutlich.

Bereits seit März 2021 hat die AG zu diesem Zweck die „Counters-Lessons“ ins Leben gerufen. Bei diesen monatlich stattfindenden digitalen Treffen wird in informeller Atmosphäre Raum geboten, um sich beispielsweise zu Themen wie „Promovieren vom Küchentisch“ „Arbeiten in Forschungsprojekten“ oder „Karrierewege in, um und aus der Forschung“ auszutauschen. Zusätzlich können eigene Projekte präsentiert und diskutiert werden. Die erste Programmplanung umfasst hierbei sechs Termine über ein halbes Jahr hinweg (März bis August 2021).  Derzeit eruiert die AG weitere Themen und neue Ausgestaltungsmöglichkeiten für die folgenden Counters Lessons. Die nächsten Counters Lessons finden am 08.07.2021 zum Thema: „Beziehung und Kommunikation zu Kolleg*innen & Vorgesetzten“ statt. Außer an AG Mitglieder richtet sich das Angebot auch an alle weiteren studentischen Mitglieder des DNGK.

 

Ausarbeitung weiterer Formate

Neben den etablierten Formaten wurden innerhalb der AG Taskforces gebildet, in denen innovative Formate ausgearbeitet werden, um den netzwerkübergreifenden Wissens- und Interessensaustausch zum Thema Gesundheitskompetenz und Förderung von Nachwuchsforschung auszubauen. Ziel ist es, niedrigschwellig zugängliche Formate zu schaffen, wobei bereits in der Konzeption eine nachhaltige Dokumentation und Nutzbarmachung mitgedacht werden soll. Auch die digitalen Inhalte werden hierfür stetig überarbeitet.

 

Unsere Ziele

Das Thema Gesundheitskompetenz gewinnt in Deutschland erfreulicherweise zunehmend an Bedeutung. Somit steigt auch der Bedarf an qualifiziertem und engagiertem wissenschaftlichem Nachwuchs, an Studierenden, Doktorand:innen und Post-Docs in verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen.
Die AG Nachwuchsförderung hat sich zwei Hauptziele gesetzt: Wir möchten den wissenschaftlichen Nachwuchs innerhalb des DNGK fördern und die Interessen und Kompetenzen von Nachwuchswissenschaftler:innen repräsentieren.

Konkret bedeutet das:

    • Wir fördern die bundesweite, interdisziplinäre Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler:innen im Forschungsfeld Gesundheitskompetenz
    • Wir konzipieren netzwerkübergreifende Workshops und Seminare zu aktuellen Themen rund um das Thema Gesundheitskompetenz
    • Wir schaffen Foren und Formate für wissenschaftlichen und informellen Interessensaustausch von “Young Researchern”
    • Wir geben Raum, individuelle Ideen und Impulse konstruktiv einzubringen und in einer motivierten Community zu verwirklichen.

Was wir machen

Digitale Meetings

Wir treffen uns monatlichen digital. Hier planen wir gemeinsam die Inhalte und Strategien der AG. In Projektgruppen gibt es die Möglichkeit sich je nach Interesse besonders einzubringen.

Counters Lessons 

Die Counters Lessons sind ein internes Format. Hier besprechen wir in einem informellen Rahmen unsere Projekte wie zum Beispiel Dissertationsvorhaben, Abstracts, Poster, Abschlussarbeiten o.ä. In einer entspannten Atmosphäre  können wir unsere Anliegen vorstellen und diskutieren. Zusätzlich wollen wir wissenschaftsnahe, aktuelle Themen aufgreifen, die für Young Researchers in ihrem alltäglichen Arbeiten von Interesse sind. Weitere Informationen und das aktuelle Programm findet ihr auf dem Flyer.

Webseminar Forschung in Zeiten von COVID-19″

Am 05.03.21 haben wir im Rahmen der Veranstaltungsreihe des DNGK ein Webseminar zu den Herausforderungen und Lösungsansätzen von Forschung in Zeiten von COVID-19 ausgerichtet. Gemeinsam mit Expert:innen haben Nachwuchswissenschaftler:innen in einem Multi-Perspective-Talk diskutiert: Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf qualitative und quantitative Forschung? Welche forschungsethischen und datenschutzrechtlichen Aspekte sind in diesen Zeiten zu beachten?

Wie kann ich mitmachen?

Du möchtest dich einbringen oder hast noch eine Frage an uns? Schreib uns gerne eine Mail an agnachwuchs@dngk.de

Neuigkeiten

Sprecherinnen der AG

Karin Drixler
Janine Michele
Vorsitz der AG
Stipendiatin, Promotionsprogramm ChEG, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung, Leibniz Universität Hannover
Michele.janine [at] mh-hannover.de

Karin Drixler
Karin Drixler
Stellv. Vorsitz der AG
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin, Fachrichtung Public Health & Health Education, Pädagogische Hochschule Freiburg
karin.drixler [at] ph-freiburg.de


Autorinnen: Janine Michele und Karin Drixler
Letzte Überarbeitung: 06.09.2021

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